Donnerstag, 13. Juni 2013

Florako Flugzeugortung

Florako

FLORAKO auf dem Pilatus
FLORAKO ist ein Schweizer Radarsystem für die Luftraumüberwachung der Militär- und Zivilluftfahrt. Das Akronym steht heute für Florida Radarersatz Radarluftlagesystem Kommunikationssystem, in der Anfangsphase des Projekts bedeutete der Namen FLORES RALUSKOMSYS und entstand aus den Projektnamen von den Teilsystemen.[1]

Inhaltsverzeichnis

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Beschaffung[Bearbeiten]

Das FLORAKO-System wurde am 2. Februar 2004 bei der Schweizer Luftwaffe eingeführt. Es ersetzt das ältere FLORIDA Luftraumüberwachungssystem, welches noch aus den 1970er Jahren stammte. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf ungefähr 728 Millionen Schweizer Franken. Die vier Radar-Standorte[2] auf Pilatus,[3] Scopí,[4] Weisshorn undWeissflue[5] sind klassifiziert und deshalb nicht öffentlich zugänglich. Lieferant des Systems war ThalesRaytheonSystems,[6] ein Joint-Venture der Raytheon Company und derThales S.A. Von ThalesRaytheonSystems wurde auch der weitere Ausbau des Systems bis 2008 geliefert[7] und auch weitere Aktualisierungen des Systems durchgeführt.[8]

Technik[Bearbeiten]

Das FLORAKO-Radarsystem dient zur Luftverteidigung. Es besteht aus einem Primärradar in Halbleitertechnik, einem Sekundärradar und Subsystemen zur Simulation. Das FLORAKO liefert 3D-Zielinformationen in Echtzeit, korreliert mit Sekundärradar-Daten, über einen grossen Erfassungsraum. Das FLORAKO arbeitet mit einer sich ständig mit 15 Umdrehungen pro Minute drehenden Phased-Array-Antenne. Das FLORAKO ist eine für Schweizer Anforderungen veränderte Version der Radarsysteme Master-A und Master-M der Firma Thales. Neben den Daten der FLORAKO-Radarstationen können auch die Daten der mobilen TAFLIR-Radaranlagen und die zivilen Skyguide-Radardaten in das FLORAKO System eingespeist werden.
Das FLORAKO System enthält auch das MIDS Link 16 mit dem Daten ausgetauscht werden können, so kann ein mit Link-16 ausgerüstetes Flugzeug mit seinem Radar Täler, die für das FLORAKO nicht einsehbar sind, abtasten und die Radartracks direkt auf die FLORAKO-Anzeigen einspeisen. Umgekehrt wird dank der FLORAKO-Daten in einem mit Link-16 ausgerüstetem Flugzeug die Luftlage im 360° Umkreis angezeigt. Auch weitere Daten wie Treibstoffstand oder Luftabwehrstellungen können so ausgetauscht werden. Das Link-16 des FLORAKO ist so konzipiert, dass jedes Flugzeug mit dem korrekten MIDS-Key eingebunden werden kann. Somit können bei einer gemeinsammen Mission auch Daten z. B. mit französischen AWACS-Flugzeugen (Boeing E-3) ausgetauscht werden.[9] Zur Kalibrierung des FLORAKO-Systems (RADAR, MIDS Link16, Flugfunk) verfügt die Armasuisseüber eine mit den entsprechenden Systemen ausgerüstete Pilatus PC-12 mit der zivilen Immatrikulation HB-FOG.
Technische Daten Master-M
Frequenzbereich  S-Band
Pulswiederholzeit  klassifiziert
Pulswiederholfrequenz  klassifiziert
Sendezeit (PW)  klassifiziert
Empfangszeit  klassifiziert
Totzeit  klassifiziert
Pulsleistung  klassifiziert
Durchschnittsleistung  klassifiziert
angezeigte Entfernung  bis 470 km
Entfernungsauflösung  200 m
Öffnungswinkel  
Trefferzahl  Monopulsradar
Antennenumlaufzeit  4 s
Technische Daten Master-A
Frequenzbereich  S-Band
Pulswiederholzeit  klassifiziert
Pulswiederholfrequenz  
Sendezeit (PW)  klassifiziert
Empfangszeit  klassifiziert
Totzeit  klassifiziert
Pulsleistung  klassifiziert
Durchschnittsleistung  klassifiziert
angezeigte Entfernung  bis 370 km
Entfernungsauflösung  220 m
Öffnungswinkel  klassifiziert
Trefferzahl  Monopulsradar
Antennenumlaufzeit  4 s

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  FLORAKO Seite der Schweizer Luftwaffe, siehe Weblinks
  2.  Force Report: Swiss Air Force – Alpine Warriors. In: Air Forces Monthly magazine in association with Air Forces Intelligence - The Online Air Arms Database, Ausgabe September 2009, Seite 68.
  3.  Pilatus, Airdefense Command & Control unit (englisch), Infoseite auf zone-interdite.net, abgerufen am 2. Mai 2012
  4.  Scopi, Airdefense Command & Control unit (englisch), Infoseite auf zone-interdite.net, abgerufen am 2. Mai 2012
  5.  Weissfluh, Airdefense Command & Control unit (englisch), Infoseite auf zone-interdite.net, abgerufen am 2. Mai 2012
  6.  Florako, the Swiss air forces’ new air defense and air operations command-and-control system, went live at the start of February. Pressemitteilung von ThalesRaytheonSystems vom 24. März 2004
  7.  ThalesRaytheonSystems Receives $120 Million to Deliver Advanced Command and Control Systems for the Swiss Air Force Pressemitteilung der Raytheon Company vom 18. Oktober 2005
  8.  ThalesRaytheonSystems receives $20M FLORAKO framework contract from Switzerland Pressemitteilung der Raytheon Company vom 7. März 2011
  9.  SkyNews.ch Magazin, 5. Mai 2007
Schweizer Luftwaffe

FLORAKO

FLORAKO (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
FLORAKO steht heute für:
Florida Radarersatz
Radarluftlagesystem
Kommunikationssystem

FLORAKO ist ein modernes, leistungsfähiges Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem. Die Inbetriebnahme von Teilsystemen erfolgte ab 2001. FLORAKO übernahm ab 27. Oktober 2003 schrittweise die Aufgaben vom technisch und taktisch veralteten System FLORIDA. Die definitive Umschaltung von FLORIDA auf FLORAKO und die erfolgreiche Inbetriebnahme erfolgte schliesslich am 2. Februar 2004. FLORAKO umfasst Radaranlagen, Rechner für die Aufbereitung der Luftlage, Mittel für die elektronische Identifikation, für Kommunikation, Einsatzleitung, Luftraummanagement und Ausbildung. Zudem wurden mit FLORAKO die Voraussetzungen für die Erstellung einer gemeinsamen zivilen und militärischen Luftlage geschaffen.
FLORAKO ermöglicht ein modernes Luftraummanagement und ist ein zentrales System zur Wahrung der Lufthoheit und Luftverteidigung. Die Inbetriebnahme des Gesamtsystems mit zwei weiteren Radarstationen und einer zusätzlichen Einsatzzentrale erfolgte in den Jahren 2004/05.
Wie in älteren Dokumentationen erklärt, stand das Kürzel in der Entwicklungsphase noch für «FLORES RALUS KOMSYS LUNAS-EZ». Es entstand damals aus den Projektnamen von den in der folgenden Tabelle bezeichneten Subsystemen.
FLORESFLORIDA Radar Ersatz
RALUSRadar Luftlage System
KOMSYSKommunikation System
LUNAS-EZLuftnachrichtensystem Einsatzzentrale
MICAMSMilitary & Civil Airspace management System
FLORAKO (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Historie zum Projekt
1999 wurde mit dem damaligen Rüstungsprogramm (RP 99) dieser FLORAKO-Ausbauschritt bewilligt und rund 239 Millionen Schweizer Franken vom Parlament bewilligt.
Die Thales Suisse SA hat gemeinsam mit Raytheon das Projekt FLORAKO realisiert. Thales Raytheon Systems (TRS) wurde 2001 als transatlantisches Joint Venture gegründet. FLORAKO hatte dabei eine Art Geburtshelfer-Rolle, weil mit der Vertragserteilung an das damalige Konsortium Thomson-Raytheon (Hughes) Ende der 90er Jahre ein erster Impuls für die Gründung des heutigen (Stand 2011) Joint Ventures gegeben wurde.
Durch eine enge Zusammenarbeit der armasuisse mit der Luftwaffe als Kunde und dem internationalen Konsortium TRS als Hersteller konnten die hochgesteckten Ziele des FLORAKO-Projektes erreicht werden.

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